Welches Equipment brauchst du für dein Basic Studio Set-Up mit Video aufnahmen?




Suki, wie nimmst du eigentlich deine Videos auf?

Diese Frage hat man mich schon so oft gestellt, daher ist dieser Blog-Artikel längst überfällig. Du bist Anfänger/in was Technik angeht, möchtest aber so schnell (und günstig) wie möglich einfach mit dem Filmen loslegen? Dann bist du hier genau richtig! Wie du mit wenig Geld ein gutes Set-Up für dein Home Office Bereich einrichten kannst, ohne viel technisches chinesisch, dann lies weiter :)


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Zuerst klären wir deine Präferenzen. Was ist dir lieber, Smartphone oder DSLR Kamera? Zuhause oder Mobil? Mit dem Smartphone kannst du überall drauf los filmen, wo auch immer du gehst, du nimmst quasi dein Studio mit. Bei einem DSLR Kamera geht das natürlich auch, braucht aber etwas mehr Fachwissen und Equipment. Natürlich zeige ich dir beide Wege. Wenn du dir Zuhause eine "Base" einrichten möchtest, sollte diese "Station" möglichst fest an einem Ort sitzen. Das ist sehr gut geeignet wenn du einen extra Raum oder Büro zur Verfügung hast und deine Videos, Konferenzen, Zoom- und Skype Calls an einem Platz drehen möchtest. Am besten auch noch mit einem Schönen Hintergrund in der Nähe eines Fensters mit viel Licht.



Smartphone

Fangen wir gleich mit der einfachsten und günstigsten Methode an – mit dem Smartphone. Damit die ungeduldigen Leser nicht bis zum Ende warten müssen. In diesem Beispiel verwende ich mein iPhone 7Plus. Du hast in deinem Smartphone schon alle Apps und Tools drin, die dir nach der Aufnahme jede menge Möglichkeiten bieten, dein Video zu bearbeiten und gleich zu veröffentlichen. Daher brauchst du lediglich ein Stativ und damit der Sound auch passabel ist, ein Mikrophon dazu. Optional kannst du natürlich auch ein Licht mit dranhängen. Und schon bist du READY!




Ich verwende für mein Portable Studio ein Komplett-Set von Comica das bereits Stativ und Mikrophon beinhaltet. Das "shotgun" Mikrophon (weil es wie ein Shotgun ausshieht) ist vom Preis-Leistungs-Verhältnis her sehr gut. Du bekommst tolle Qualität zum guten Preis. Dazu kommt noch ein Pop-Schutz und ein "dead cat" (keine tote Katze, sondern Windschutz) dazu. Allerdings fehlt hier der Adapter von Lightning (iPhone) zu AUX (Sound-Klinke). Alles zusammen ca. 70€.


Wenn du bereits ein Stativ besitzt und dich nicht in die Mikrophonwelt einlesen möchtest, habe ich hier ein recht gutes und günstiges Universalmikrophon (ca. 30€), das sowohl auf Smartphones, als auch auf Kameras funktioniert. Das Comica Mikrophon kannst du aber auch einzeln kaufen (ca. 49€). Für Premium Sound-Qualität empfehle ich das Shotgun-Mikrophon von Rhode (ca.56€). Normalerweise hat ein Standard-Stativ keinen zusätzlichen Adapter mit dem du Smartphone UND Mikrophon anbringen kannst. Keine Sorge, die Suche dafür habe ich dir hier abgenommen.

Tischstative gibt es jede Menge, die Preise variieren, je nach Gewicht (für Smartphone oder Kamera), Stabilität und Qualität.



Home Studio

Suche dir einen hellen Platz, am idealsten neben einem Fenster, da das Sonnenlicht auf deinem Gesicht am besten aussieht. Falls das nicht möglich ist, oder weil es grade dunkel ist, brauchst du eine gute Lichtquelle. Optional kannst du auch eine Stehlampe verwenden, damit ein dezentes passives Licht entsteht.


Ich habe mich für die professionelle Variante entschieden, ein Ringlicht Stativ (ca. 110€), bei dem sowohl Smartphone als auch eine Kamera angebracht werden kann (gibts auch in kleiner für ca. 22€). Das Licht ist dimmbar und der Filter ist ebenfalls austauschbar. Bei diesem Modell gibt es eine weiße Lichtblende, für helles eher kaltes Licht, oder eine orange Lichtblende, für warmes Licht.


Dann brauchst du ein ordentliches Mikrophon. Für den "normalen Gebrauch" reicht auch ein einfaches Tischmikrofon, das du unkompliziert anstecken und verwenden kannst. Das USB Kondensator Tischmikrophon TONOR (für ca. 38€) ist für super geeignet für Zoom- und Skype Calls, einfaches Voice-Over oder auch Streaming. Mit dabei ist auch ein Stativ, Pop-Schutz (für die S- und P-Laute) und Schockspinne (damit dein Mikro frei von anderen Vibrationen bleibt).


Für ein easy Plug&Play kann ich dir auch das TONOR Q9 Set mit Zubehör (für ca. 72€) empfehlen. Darin sind Kabel, Scherenarmständer (am Tisch oder Fensterbrett zu montieren), Pop-Schutz, Schockspinne und passende Kabel. Mit dem USB A auf B Kabel kann das Mikrofon einfach an Windows und macOS Computer angeschlossen werden. Es ist keine zusätzliche Treibersoftware oder Soundkarte erforderlich.


Fortgeschrittener wird es, wenn du mehrere Quellen gleichzeitig aufnehmen möchtest.

Ich verwende eine Kombination aus dem günstigeren Einsteiger-Set von NEEWER NW 700 (liegt bei ca. 57€), und das professionelle Großmembran-Kondensatormikrophon von Rhode (für ca. 160€). Unterschiede zeigen sich klar beim Gesang, je nach Frequenz und Lautstärke der Aufnahme. Für Instrumente wie Gitarre, oder Piano, reicht auch das günstigere Mikrophon meiner Meinung nach, da mein Fokus bisher eher auf die Sprachaufnahme liegt. Der Unterschied zum TONOR Q9 Set ist, dass beim NEEWER Set (alles was TONOR Q9 Set auch hat) zusätzlich im Zubehör eine 48V Phantomspeisung dabei ist (auch mit dem Rhode kompatibel).


Was ist eine Phantomspeisung? Normalerweise brauchen Mikrophone von irgendwo Strom, sowohl für Bühne als auch im Studio wird ein sogenanntes Audiointerface benötigt, das das Mikrophon mit Strom versorgt, aber auch die Lautstärke und Frequenzen regelt – und das von verschiedenen Quellen gleichzeitig. Die Phantomspeisung gibt dem Kondensatormikrophon den nötigen Saft, damit er auch am Laptop / Computer so unkompliziert wie möglich funktioniert. Dennoch wird ein Audiointerface benötigt, aber wenn du ein Apple Nutzer bist, hast du mit Garageband bereits Zugang zu einem digitalem Interface.


Leider haben die meisten Laptops nur 1 Sound-Port (AUX) das für Ein- und Ausgang gleichzeitig funktioniert. Daher benötigen wir für dein Home Office noch einen kleinen Adapter, der als Mini Stereo Soundkarte dient. Damit kannst du ein Mikrophon UND einen Lautsprecher anschließen.



DSLR Kamera & Systemkamera

Bei den neuen Smartphone Technologien braucht man meiner Meinung nach nicht mehr unbedingt eine Kamera, zumindest nicht als Vlog-Einsteiger. Aber meine Canon 7D besitze ich schon seit meiner Studienzeit an der M.DH in München. Mit dem kleinen Bruder Canon 500D hatte ich damals die ersten Foto- und Video-Sessions gestartet, daher habe ich mein Equipment auf Canon aufgebaut. Die Spiegelreflexkamera ist recht schwer, deswegen habe ich mich für das oben genannte große Ringlicht entschieden. Stabile Stative sind hier ganz wichtig, du möchtest ja nicht dass deine teure Kamera auf einmal runterfliegt, weil du beim Stativ gespart hast.


Wenn du ein kompletter Kamera Neuling bist und total überfordert mit den Marken und Modellbezeichnungen, hab keine Panik! Von allen Canon Modellen finde ich persönlich, dass das 600D als Einsteiger Spiegelreflexkamera das Beste Preis-Leistungs-Verhältnis hat. Das Modell ist 2011 auf den Markt gekommen, daher wirst du es kaum mehr Neu bekommen, sondern eher als Gebraucht finden. Auf Ebay Kleinanzeigen gibt es immer wieder tolle Angebote, oder schau doch mal bei ReBuy vorbei. Praktisch ist es, wenn du das Gehäuse mit der Kit-Kameralinse mit 18-55 f/3.5 erwirbst, da es für den "normalen" Gebrauch völlig ausreicht und optimalen Breitwinkel für Vidoes hat.


Auch ich habe meine Kameras gebraucht gekauft. Beim Kauf solltest du darauf achten, wie viele Auslösungen die Kamera schon hatte – vergleichbar mit der Kilometeranzahl beim Gebrauchtwagen, immerhin geschieht das fotografieren mit mechanischen Spiegeln. Je weniger Auslösungen, desto Besser. Der Unterschied zu meiner 500D ist lediglich der praktische schwenkbare Display, das für Videos natürlich optimal ist, weil du dich selbst sehen (monitoring) kannst. Du brauchst selbstverständlich auch noch eine SD Karte, entweder 32GB oder 64GB ist völlig in Ordnung. Bei der Canon 600D kannst du natürlich das Universalmikrophon oder das Rhode anstecken, das ich oben erwähnt habe.


Zur Zeit bin ich aber total begeistert von der Nikon Z50, das gibts auch als Vlogger Kit (für ca. 974€). Darin ist ALLES enthalten was du brauchst, unkompliziert und ohne groß die Einzelteile rauszusuchen. Hier handelt es sich um eine Systemkamera, also ohne mechanische Spiegel, sozusagen eine halb-halb Digitalkamera. Zum Fotografieren (speziell für Reisen) benutze ich sehr gerne meine Sony Alpha 6000, jedoch hat dieses Modell keine Möglichkeit ein externes Mikrophon anzuschließen, daher für qualitativen Sound weniger hilfreich, aber für Bildmaterial sehr gut und günstig (für ca. 503€ mit Objektiv).


Die EOS M200 ist Canon's kleinste und günstigste spiegellose Systemkamera (ca.545€). In Amerika gibt es das Canon Content Creator Kit mit dem passenden Canon Griffstativ (ca. 99€) dazu. Wer sich dafür interessiert kann die Teile auch einzeln erwerben. Bei diesem Modell kann man die Kamera auch als Web-Cam verwenden. Praktisch und schnell einsetzbar!


Mehr zu Systemkameras in einem Anderen Beitrag, da ich bereits mit Sony und Canon gearbeitet habe, bin ich durch Zufall auf die Nikon Z50 gekommen. Damit dieser Beitrag noch "Anfängergerecht" bleibt, erzähle ich dir später darüber.


Ich hoffe das hilft dir bei deinen ersten Vlogger Schritten. Bei Fragen oder Anregungen (oder Korrekturen), lass es mich einfach im Kommentar wissen 👇


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